einhorn 140 corsa carbon im Großglockner-Härtetest

Posted by on Jan 24, 2016 in Allgemein | No Comments

 einhorn 140 corsa carbon im Test: Teil I – Uphill

Was kann unser erstes Rennrad in Carbon? Die Suche auf die Antwort nach dieser Frage führt mich auf die legendäre Großglockner-Hochalpenstraße. Auf der Strecke zwischen Ferleiten und Fuscher Törl geht es auf gut 13km in recht gleichmäßiger Steigung von 10% von 1.100 auf 2.400 Meter über dem Meeresspiegel. Perfekte Testbedingungen an einem Julinachmittag, 25 Grad am Start sind angenehm, es herrscht erfreulich wenig Verkehr. Auf gehts!

Startvorbereitungen

Startvorbereitungen

Der erste Antritt ist voller Elan. Die Woche mit viel Arbeit und wenig Schlaf ist zwar keine ideale Vorbereitung für eine solche Passstraße, aber die hohe Steifigkeit im Tretlagerbereich lässt das gute Gefühl aufkommen, dass jedes Quäntchen Kraft auch auf die Straße kommt. Der an unserem Rahmen eingesetze neue EVO-BB386-Tretlagerstandard mit extrem breiter Abstützung und vielseitiger Kompatibilität hinterlässt hier einen hervorragenden Eindruck.

Nach den ersten 150hm Höhenmetern setzt sich die Erkenntnis durch, dass es anstrengend werden könnte. Ich lege mir eine Taktik zurecht: Für 250hm plane ich mit jeweils etwa 15 min, dazu nach jedem Abschnitt ein Viertel Vispo aktiv Adrenalin Riegel, dazu 200ml Wasser. In kleine Happen unterteilt gibt sich doch so eine Höhenmeterorgie gleich viel freundlicher. Erfreulich, bei 250hm liege ich genau in der Zeit. Die ersten Spitzkehren kommen, das macht Laune. Einfahren, zwei Gänge schwerer schalten, beschleunigen, und Schwung mitnehmen für die nächste Steigung. Die Schaltung schnurrt, die Laufräder reiben auch im Wiegetritt nicht an den eng eingestellten Bremsen.

großes Bergkino

großes Bergkino

500hm bei knapp 30min. Fein. Die Aussicht wird auch immer besser, die Bäume schwinden, die großartige alpine Landschaft öffnet sich. Es läuft rund, ich gewöhne mich immer mehr an das neue Bike. Meistens fahre ich mit den Händen im Obergriff an den Schalthebeln. Die SRAM Force 22 Hebel fühlen sich angenehm griffig an. Anders die Lenkerbreite: die nach klassischer Messmethode für meine Schultern „richtige“ Breite von 44cm (Mitte-Außen) fühlt sich etwas schmal an. Das rührt sicher daher, dass ich die meiste Zeit auf dem MTB verbringe und dort in der Regel 720mm breite Lenker fahre. Daher im Geiste notiert: Bei unseren Rennradkunden wird zukünftig auch abgefragt, ob sie auch viel MTB fahren und welche Lenkerbreite sie dort fahren, um so den perfekten Rennlenker verbauen zu können.

750hm bei genau 45min – ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert. Denke ich und merke 100hm später, wie meine Beine langsam schwerer werden. In Richtung der 2000 Meter über dem Meersspielgel ist die Atmung gefühlt auch schon etwas schwerer. Ich versuche die Frequenz zu halten, überlege aber dabei, ob die Übersetzung ideal ist: Verbaut ist die WifLi-Version der Sram Force 22, das heißt, eine 11-32 Kassette hinten, massig Bandbreite

jetzt heißt es beissen!

jetzt heißt es beissen!

also. Dafür kommt vorne die „Heldenkurbel“ mit 53/39 Zähnen zum Einsatz, was das große 32er Ritzel wieder etwas relativiert. Mit jedem Höhenmeter mehr finde ich die Semi-Compact-Version mit 52/36 Zähnen sympathischer – die liegt im einhorn Stall auf Lager. Die Compact Version mit 50/34 Zähnen dagegen wäre auch an diesem Pass nicht notwendig – für passionierte Hochfrequenztreter kann sie aber durachaus eine Option sein.

Finale!

Finale!

Bei 1000hm offenbart sich aber auch der Vorteil der der Übersetzung: man kann gar nicht viel langsamer fahren, mit 1:01h habe ich eine vertretbare Minute Rückstand zum Plan. Dafür ist am Horizont schon das Fuscher Törl zu sehen, die Motivation steigt noch einmal. Ich gehe häufiger aus dem Sattel und versuche nochmals alles rauszuholen. Die Oberschenkel krampfen heute nicht, ein gutes Zeichen. Bei jedem Tritt hört man das leise Surren der DT Swiss Spline RC38 Carbon-Laufräder und der Tufo Calibra Plus Reifen. Das Ziel vor Auge, trete ich mich nochmals in Rage.

Im Ziel

Im Ziel

1:16:41h zeigt die Stoppuhr schließlich. Gut erschöpft, aber nicht völlig vernichtet, steige ich vom Rad. Die erste Feuertaufe hat unser Carbon-einhorn damit astrein gemeistert. Mit der erzielten Zeit zeigt sich auch, dass ein Rennrad mit Maßrahmen und 6,88kg Komplettgewicht am Berg von großem Vorteil sind: Auf der ewigen Bestenliste für diese geschichtsträchtige Strecke war das immerhin Platz 267 von über 4500 Starten.

 

einhorn 140 corsa carbon im Test: Teil II – Downhill

Und was kann unser Kohlefaserhobel bergab? Die Grossglockner-Hochalpenstraße ist sicher auch hierfür der optimale Testort. Und so stürze ich mich zwei Tage später nach ein paar Warmfahr-Höhenmeter vom Mankei-Wirt auf die Edelweissspitze in die Tiefe. Anfangs bremse ich die Kurven noch vorsichtig an, um die Vollcarbon-Bremsflanken nicht zu überhitzen. Da unser 950g leichter Rahmen aber sich auch bei über 80km/h und in den spitzen Kehren optimal steif und spurtreu zeigt, forciere ich das Tempo Stück für Stück. Acht Autos, zwei Busse und einen anderen Rennradfahrer lasse ich nach und nach hinter mir. Die Carbonfelgen stecken das harte Anbremsen mühelos weg, jedes Bremsmanöver wird nur mit einem Surren quittiert, das an langsamer werdende Flugzeugturbinen erinnert – der Sound motiviert, um aus jeder Kurve wieder herauszubeschleunigen.

Traumkurven!

Traumkurven!

In einer Kurve lerne ich auch das perfekte Zusammenspiel der kräftigen Sram Force 22 Bremsen mit den Swiss Stop Beläge und den DT Swiss Carbonfelgen zu schätzen: Durch einen Moment der Ablenkung auf Grund der grandiosen Landschaft bremse sich eine Sptzkehre zu spät an, muss in der Schräglage noch nachbremsen. Doch das Material gibt Sicherheit, auch die Tufo Calibra Plus Reifen, heute für die Abfahrt mit 7,5bar aufgepumpt, haften hervorragend auf dem Asphalt. Genauso die Colmbus Grammy Gabel, die mit 320g extrem leicht ist, zeigt keinen ungewollten Flex, sie lässt das einhorn präzise einlenken.

Busjagd

Busjagd

Auf den finalen 500hm versuche ich nochmal, ans Limit zu gehen. Ein weiterer Bus hält mich etwas auf, bevor ich überholen kann, muss ich ca 100hm permanent Bremsen. Die Felgen geben sich unauffällig, nur am Ende kommt es zu einem Pfeiffton, der sich aber sofort wieder legt, als ich die Bremse zwischendurch öffne und sie der Fahrtwind etwas kühlt. Schon kommt ein gerades Stück, auf dem ich den Bus übersprinten kann. Es folgen die letzten Serpentinen, das Pfeifgeräusch lässt sich nicht reproduzieren. Auf dem letzten Stück zur Mautstellte nehme ich nochmals richtig Geschwindigkeit auf und lasse gleichzeitig den Lenker etwas locker in der Hand – das einhorn liegt aber einfach genial in der Spur, ich kann kein Flattern provozieren, trotz etwas Seitenwind.

Härtetest bravorös gemeistert!

Härtetest bravorös gemeistert!

Die 38mm hohen Felgen sind hier optimal, sie sind aerodynamisch, gleichzeitig aber auch bei Seitenwind gut beherrschbar. Und schon brettere ich über das Gitter an der Fahrspur bei der Mautstelle und lege eine Vollbremsung ein. Der Sofortcheck an dem Bremsflanken ergibt nur eine leicht über Körpertemperatur liegende Erwärmung und keine sichtbaren Abriebspuren. Die DT Swiss Spline RC 38 können wir unseren Kunden also guten Gewissens empfehlen. Und natürlich auch unseren einhorn corsa Carbonrahmen, der unter Beweis gestellt hat, wie gut sich Handmade-Hightech fährt.

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